Kein Aprilscherz
Es gibt Studien, da haben Forschende bestimmte Geruchs- und Aromastoffe isoliert, die auch in… sagen wir… sehr organischen Endprodukten vorkommen. Diese Aromen wurden dann in Essen gemischt. Und dann gab es Vergleichsgruppen…
Das Ergebnis
Das Essen mit dem dezent kackeassoziierten Aroma wurde als schmackhafter bewertet als das ohne. Ich war nicht dabei. Ich hab auch nicht probiert. Aber allein die Tatsache, dass jemand das getestet hat, sagt doch irgendwie schon alles über die Menschheit.
Bitte was ist falsch mit uns?!
Fliegen lieben Kacke. Hunde lieben Kacke. Kinder lieben Kacke. Und wir Erwachsenen? Wir tun so brutal kultiviert, trinken Hafer-Latte mit Zimt und Kardamom… und unser Nervensystem denkt sich: „Uh, ein intensiver Reiz, her damit.“ Und, mal ehrlich: wir finden Kacke nicht nur lecker – wir finden sie auch spannend.
Menschliche Fliegen
Wie oft hast du schon gedacht: „Eigentlich läuft gerade echt viel gut…“ und zack, dein Gehirn so: „Ja, ABER…“
Der Kurs war super, aber diese eine Teilnehmerin…
Der Urlaub war traumhaft, aber dieser Pool mit Blick auf den Strand…
Die Beziehung ist stabil, aber weißt du noch letztes Jahr…
Das Kacke-Radar
Ja, wir haben nämlich ein eingebautes Häufchen-Radar und das ist verdammt fein justiert… evolutionär vielleicht sinnvoll, aber psychisch echt ausbaufähig. Wir scannen das Leben nicht nach Blumen, sondern nach Haufen, weil unser Nervensystem auf Abweichung, Drama und Intensität anspringt.
Stell dir vor…
…dein Leben – ein wunderschöner Park… Blumen… Vögel… Sonne… und irgendwo, ganz hinten, hinterm Gebüsch… da liegt ein Haufen. Was macht dein Blick? Genau! Oder anders: Du bekommst zehn Komplimente und eine Kritik. Welche nimmst du mit ins Bett? Du hast fünf tolle Begegnungen am Tag und ein schräges Gespräch. Wovon erzählst du abends…
Es ist eine Kompetenz
Aber statt zu nörgeln, könnte ich auch sagen, Menschen haben ein Talent: sie finden immer noch irgendwo einen Haufen, selbst im Paradies und sie setzen sich mit Hingabe darauf. Und menschliche Fliegen wohnen nicht nur bei den anderen. Die wohnen auch bei uns selbst – mit Dauerabo und All-you-can-shit-Buffet.
Der Mist staut sich
In der TCM ist der Darm nicht nur ein Rohr mit Ausgang. Er steht für Loslassen, Abgrenzung, Mut und Selbstachtung… der Magen für Aufnahme, Verdauung, Verarbeiten – auch emotional… heißt: was du körperlich nicht gut loslassen kannst, hängt oft verdammt nah an dem, was du emotional, mental und energetisch festhältst.
Der ganz große Flush
Mal ehrlich: es gibt wohl kaum ein befreienderes Gefühl als: „Es ist raus!“ – fast ein neues Leben. Kein Adrenalin-Kick der Welt kommt an dieses Gefühl ran, denn ein Darm lügt nicht. Loslassen ist nicht nur spirituell, sondern auch physisch spürbar geil. Und trotzdem halten wir mental fest wie mit Superkleber: alte Geschichten, Kränkungen, überholte Selbstbilder, verkrustete „so bin ich halt“-Nummern… und wundern uns dann, warum innerlich Druck entsteht, der keinen Ausgang findet.
Anti-Kacke-Mindset
Nur weil irgendwo ein Haufen liegt, heißt das nicht, dass du ihn einsammeln, stundenlang analysieren, mit anderen besprechen, fotografieren und in Dauerschleife darüber nachdenken musst, selbst wenn es deiner ist.
Abkürzungen nehmen
Um manche Haufen darfst du einfach… herumlaufen. Nicht jedes Drama ist deins. Nicht jedes Problem braucht deine Expertise. Nicht jede schlechte Stimmung ist deine Verantwortung. Das ist kein Weglaufen, sondern Hygiene: psychisch, emotional und energetisch. Mal ganz ehrlich: niemand würde sich freiwillig in jeden Haufen setzen, nur um zu beweisen, wie reflektiert er ist.
Deja-Vu
Erst wenn der Haufen wirklich jeden Tag wieder da liegt und du immer wieder an denselben Themen vorbeikommst, denselben Triggern, denselben Beziehungsmustern, denselben Selbstzweifeln, denselben „Warum passiert mir das immer wieder“-Momenten… dann bringt Herumlaufen irgendwann auch nichts mehr. Dann und erst dann liegt da kein Zufallshaufen, sondern ein ziemlich klar adressiertes Paket mit deinem Namen drauf… und ja, da ist oft erst mal… Kacke drin.
Aber manchmal eben auch
… nötige Zusatzstoffe: eine Grenze, die du nie gesetzt hast, ein Bedürfnis, das du immer übergehst, ein alter Schmerz, der endlich gesehen werden will, eine Wahrheit, die unbequem, aber befreiend ist… manche Haufen sind verkleidete Geschenke – schlecht verpackt und unromantisch, zugegeben, aber mit echtem Wachstumspotenzial und irre effektiv.
Das Dramabad
…zurück zur Fliege: Drama macht wach, Aufregung lebendig, Beschweren verbindet: „Boah, hast du DAS gehört…“ – das ist sozialer Kitt und emotionales Junkfood in einem und unser Nervensystem hat gelernt: Waoowww…da passiert was. Da bin ich nicht allein. Da gibt’s nen Espresso…und dann wird Ruhe plötzlich verdächtig, Glück fast langweilig und Stabilität irgendwie… ungewohnt. So wie früher in diesen Disney-Dokus: „Das Erdmännchen schaut……………..“
Konditionierte Fliegen
Unser Nervensystem denkt dann schnell: „Ey, hier passiert gar nix, man hat uns vergessen, wir werden einsam sterben.“ Kein Kick! Kein Adrenalin! Also suchst du unwillkürlich nach Reibung, nach Intensität… eben den nächsten Haufen – nicht weil du blöd bist oder weil du das liebst, sondern weil du das kennst… weil dein System auf Kacke konditioniert wurde.
Und damit zum Kern eines Haufens
Du wirst nie kackefrei leben. Das ist einfach kein realistisches Lebensziel. Aber dein freier Geist darf wählen: welche Haufen du ignorierst, welche du beobachtest und bei welchen du sagst: „Okay, den guck ich mir mal genauer an, da steckt was für mich drin.“ – danach Hände waschen und weiterziehen, denn Wachstum ist kein Dauerbad im Mist, sondern Bewegung.
Spirituelle Fliegen
Ja, wir stehen manchmal auf Kacke. Auf Drama. Auf Probleme. Auf das, was knallt. Aber wir können lernen, dass Ruhe und Frieden nicht langweilig sind, sondern ungewohnt gut. Und Loslassen ist kein Verlust – es schafft Platz für Neues. Wenn Du also nächstes Mal aus Gewohnheit an einem Haufen stehen bleibst, dann bitte nicht zum Jammern, sondern nur um aus ihm Gold zu spinnen.
Wenn schon Kacke, dann bitteschön mit Erkenntnisgewinn.

