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Yoga krümmt den Geist

Mudra-Karten und Yoga

Ich arbeite gerne mit Karten und weil ich daran glaube, das das funktioniert, funktioniert es auch… so ala self-fullfilling-prophecy… aber vermutlich würde es sogar funktionieren, wenn ich nicht daran glaubte, nur würde ich dann ja nicht dran glauben und es hätte ergo keinen Sinn, weil ich dann dächte „Jetzt habe ich ‚Entspannung‘ gezogen. So ein Quatsch!“ und dann würde ich schnell meine Kinder nehmen, noch ein Brot schmieren, mir die Taschen unter den Arm klemmen und mit offenen Schuhen, eine Spur des Chaos hinter mir herziehend, losrasen, um am Ende des Tages gestresst zusammenzubrechen…

Karten für Alles

Karten ziehen hat einen ungeheuren Fun-Faktor, regt zum Nachdenken an und entschleunigt den Moment… ich lege Karten im Unterricht, mit Freundinnen, mit meinen Kindern… Liebes-Karten, Tarot-Karten, Orakel-Karten, Achtsamkeits-Karten, NLP-Karten, Beckenboden-Trainings-Karten, … der Karten-Markt ist in den letzten Jahren förmlich explodiert und expandiert munter weiter… (falls Du also gut zeichnen kannst und noch nicht weißt, was Du mit Deinem Nachmittag anfangen sollst…)

Finger-Yoga

Zurzeit stehen die Mudra-Karten bei mir hoch im Kurs, vermutlich weil ich sie mit Supermann persönlich gekauft habe… Mudras sind Finger-Yoga-Übungen , die Dir helfen können, wenn Du gegen schlechte Laune, emotionale Gebrechen und körperliche Einschränkungen zu Felde ziehst. Sie wirken beruhigend, anregend, zentrierend… das mit Abstand berühmteste Mudra ist wohl die Merkel-Raute, die Dir jeder Stimm-Coach ans Herz legen wird, weil es Dich in den Präsentations-Modus bugsiert und Du augenblicklich aufhören kannst, darüber nachzudenken, was Du mit Deinen Fingern machen sollst.

Das Mudra-Karten-Ziehen ist ganz einfach, wohingegen die Mudras selbst teilweise an komplizierte Seemanns-Knoten erinnern. Du ziehst eine Karte und diese zeigt auf der einen Seite Dein bewusstes Thema oder eines, dem Du Dich mal widmen könntest, auf der anderen die passende Finger-Übung.
Neulich ließ ich meine Schülerinnen Mudra-Karten ziehen. (Ich kann, ohne Sexismus-Vorwurf, getrost Schülerinnen schreiben, denn ich habe in diesem Kurs nur Schülerinnen) Alle legten ihre Hände in das entsprechende Mudra, nur eine legte die Karte verschämt zur Seite. Auf meine Frage, was die Karte zeige, erwiderte sie, sie wolle da nicht mitmachen, denn sie sei Christin und die spirituelle Seite des Yoga interessiere sie nicht.
Ich sagte ihr, sie könne jederzeit mit den Fingern Yoga praktizieren, wenn sie körperlich mal verhindert sei (im Bett, auf dem Klo, in einer Sitzung unter dem Tisch, …) und das sie die spirituelle Seite dabei gepflegt ignorieren könne. Mudras seien nichts andere als Entsprechungen der unterschiedlichen Yoga-Asanas, die sich ja ebenfalls auf ihre Befindlichkeit auswirkten, weshalb sie ja zum Yoga käme. Das hatte sie überzeugt und dazu ermuntert, die Karte auszuprobieren.

Christen und Yoga

Aber mich hat es nachdenklich gestimmt. Dürfen Christen und Christinnen Yoga praktizieren? Mir war diese Frage schon einmal begegnet: Als ich in der Schule meines Sohnes Yoga als Projekt in der Projekt-Woche anbieten wollte, wandte sich der Schulleiter mit den Worten an mich: „Menschen, die Yoga machen haben die falsche Geisteshaltung!“
Ist Yoga also mit einer christlichen Einstellung nicht vereinbar? Wenn Gott uns nach seinem Vorbild geschaffen hat und wir kein Yoga machen sollen, wieso können wir es dann? Oder ist es wieder eine seiner vielen Prüfungen… Du kannst es zwar, Du darfst aber nicht und wehe, wenn ich Dich dabei erwische?

Yoga bringt Vertrauen, Klarheit und inneren Frieden

Yoga bringt mir in erster Linie Vertrauen, Klarheit und inneren Frieden… und zwar ganz handfest, ohne spirituelle Färbung… vor allem geht es mir um Gesundheit, die da ganzheitlich daherkommt, denn Yoga dehnt nicht nur, es stimuliert, bewegt Hormone, … und regt darüber hinaus dazu an, sich mit der Ernährung und der Lebensweise auseinanderzusetzen… so kann es Körper, Geist und Seele in Einklang bringen und klare, gerade Menschen generieren.

Spirualität

Mit spirituellen Fragen ist das so eine Sache. Vielleicht nehme ich mir eines Tages die Zeit, den brennenden Dornenbusch zu finden, in dem Moses die 10 Gebote empfing… vielleicht finde ich dort noch die verloren gegangene Gebotstafel, auf der steht: „Du sollst kein Yoga machen“

 

Lotusblüte, klein und braun-schwarz